Leben im Alter: Darum geht es uns

Derzeit erreicht erstmals eine ganze Generation von Menschen mit sogenannter geistiger und mehrfacher Behinderung das Rentenalter. Dass wir erst jetzt Angebote für das Leben im Alter in den Blick nehmen können, hängt eng mit schlimmen historischen Bezügen zusammen: Die heute über 75-jährigen Menschen mit Behinderung waren noch unmittelbar der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ausgesetzt.

 

Heute verlässt ein selbstbewusster Personenkreis von älteren Menschen mit Behinderung im Rentenalter das Arbeitsleben (zum Beispiel nach bisheriger Beschäftigung in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung), um den Ruhestand zu genießen. Häufig stellen sich dann ähnliche Fragen, wie bei allen anderen auf dem Weg in die Rente (ganz unabhängig von einer Behinderung). Denn der Alltag bewegt sich für die meisten von uns in den üblichen Lebensbereichen Wohnen, Arbeiten und Freizeitgestaltung. Mit dem Abschied aus dem Arbeitsleben fehlt plötzlich eines dieser gewichtigen Elemente. Damit sind unmittelbare Fragestellungen verbunden:

Wie sieht zukünftig meine Tagesgestaltung und mein Alltag aus?

Was wird aus meinen gewachsenen Beziehungen im Kollegenkreis?

Mit welchen Inhalten möchte ich mich zukünftig beschäftigen?

Mit welchen Menschen möchte ich meine Freizeit verbringen?

An welchen Orten möchte ich mich aufhalten?

Gemeinsam suchen wir Antworten auf diese Fragen. Dabei stehen nicht die einschränkenden Faktoren (wie z.B. ein zunehmender Hilfebedarf), sondern vor allem die persönlichen, individuellen Wünsche und Ziele für das Leben im Alter im Vordergrund. Und die müssen gar nicht immer so fachlich und teilhabe-orientiert anmuten. Antworten auf die Fragen im Alter können also durchaus auch "Endlich einmal ausschlafen" oder "Tagsüber Zeit für mich haben" sein. Mit unseren modularen Angeboten und der Option zur Teilzeit-Teilnahme schaffen wir auch dafür flexible Lösungen.